Südamerika und das Erdgas
Weil die Energieversorung in Argentinien, Brasilien und Bolivien unsicher wird, trafen sich deren Staatspräsindenten zum Energiegipfel im Februar 2008. Doch nach dem Gipfel ist man so schlau wie voher. Thema des in Buenos Aires stattfindenden Treffens war das bolivianischen Gas. Noch bis vor kurzem glaubten die Südamerikaner an eine zuverlässige Versorgung. Doch da wurden sie enttäuscht.
Momentan kommen nicht mehr als 40.000.000 Kubikmeter Gas pro Tag aus der Erde. Bis zum jahresende will man sich um 2.000.000 Kubikmeter auf 42.000.000 m³ steigern. Davon müssen die Bolivianer allerdings 30 Millionen nach Brasilien liefern. Der eigene Bedarf liegt in Bolivien bei 8 Millionen Kubikmetern. Da beibt nicht mehr viel übrig für Argentinien. Deshalb soll Brasilien nun etwas davon abgeben.
Vertraglich wurden Argentinien mindestens 4,6 Millionen Kubikmeter täglich zugesichert. Doch dieser Wert wird von Bolivien schon lange nicht mehr eingehalten. Mit 2,7 Millionen Kubikmetern kommen sie gerade mal über die Hälfte des vereinbarten Wertes. 2006 wurde gar vereinbart, dass Bolivien seine Produktionsmenge ab 2011 in Richtung Argentinien auf 27,7 Kubikmeter pro Tag erhöht.
Argentinien kann seinen Bedarf nicht decken
Die argentinischen Gas-, Öl- und Atomkraftwerke können schon seit Jahren den heimischen Bedarf nicht decken. Stromabschaltungen sind sowohl in Betrieben als auch in Privathaushalten an der Tagesordnung. Die bolianische Industriekammer ist zu dem Schluss gekommen, dass das Land seine Produktion verdoppeln und 7.000.000 Dollar investieren müsste, wollte es seine Lieferverpflichtungen gegenüber Argentinien einhalten. Weil im Mai 2006 der bolivianische Präsident angekündigt hatte, den Energiesektor verstaatlichen zu wollen, hatten die ausländischen Öl- und Gasfirmen begonnen, ihre Investitionen einzufrieren.
Gescheiterter Überzeugungsversuch
Mitte Februar versuchte der bolivianische Vizepräsident die Brasilianer davon zu überzeugen, einen Teil ihrer Lieferungen an Argentienen abzutreten. Darauf ließ sich der staatliche Öl- und Gaskonzern Petrobas aufgrund von Engpässen jedoch nicht ein, Wegen des bevorstehenden Winters fiel kein Regen, der die Stauseen hätte füllen können. So war die Versorgung über Wasserkraft nicht geleistet. Mit dem Gas aus Bolivien deckt Brasilien 60% seines Gasbedarfs.