Japans und Südkoreas Streit um zwei Felsen

Am 14. Juli diesen Jahres hat die japanische Regierung beschlossen, den Anspruch auf die Liancour-Felsen im Lehrplan für Mittelschullehrer festzuhalten. Dies war ein gefundenes Fressen für den südkoreanischen Präsidenten Lee Myung-bak, um von seinen Problemen im Land abzulenken. Ministerpräsident Han Seung-soo zeigte Präsents auf den Inseln, um den Anpruch Südkoreas zu untermalen. Damit war er der erste führende südkoreanische Politiker auf den Eilanden.

Südkoreas Regierung will die Aufmerksamkeit weg von den sozialen Spannungen lenken. So haben z.B. Mitte Juli 400.000 Fischer den größten Streik in der Geschichte Südkoreas begangen. Sie wollten ihren Unmut über steigende Ölpreise und sinkende Erträge Ausdruck verleihen. Dem Tag des hohen Besuchs folgte eine militärische Übung in Inselnähe. Eine weitere soll im November folgen. In Tokio ging man bis jetzt nicht auf die Provokationen ein.

1954 wurde die Inselgruppe von der koreanischen Küstenwache besetzt. Seinen Anspruch auf die Liancour-Felsen führt Seoul bis auf das Jahr 521 zurück. Japan verweist auf die die Zugehörigkeit der Felsen zum Japanischen Reim im Zuge der Kolonisierung Koreas im Jahre 1905.

Grund des Streits

Warum streiten sich zwei Nationen um zwei große und ein paar kleinerer Felsen im Japanischen Meer? Hintergrund ist die Rivalität der Staaten um Energiequellen. Man schätzt, dass sich unter Wasser 600.000.000 Tonnen Gashydrat, auch "brennendes Eis"genannt, befinden. Es ensteht, sobald Ergas unter hohem Druck auf kaltes Wasser trifft.

In Südkorea hat man ausgerechnet, dass das Gashydrat Südkoreas Bedarf für 30 Jahre decken würde. Japan hat auf seinen vier Hauptinseln keine großen Bodenschatzvorkommen und ist deshalb ebenso stark an dem unerschossenen Gasen interessiert. China und Taiwan erheben ebenfalls Anspruch auf die Inselchen und die in ihrer Nähe vorborgenen Schätze.

Das Geographische Amt der US-Regierung änderte den Status der Inseln von "südkoreanisch" zu "unbestimmt" und sorgte somit für Missstimmung in Seoul. Daraufhin ordnete Präsident Bush an, den Vorgang rückgängig zu machen. Im Streit um den Besitz der Liancourt-Felsen will sich die USA neutral verhalten.